Meinungen
10. April 2017
AUTOR: Businesscloud.de

Platform as a Service: Relevanz von Microsoft Azure aus Sicht von PAC

Ein Beitrag von Frank Niemann, Vice-President Software & SaaS Markets bei PAC

 

Das Interesse an internetbasierten Cloud-Plattformen für die Softwareentwicklung wächst. Mit „Platform as a Service“ (PaaS) lassen sich unter anderem webbasierte Anwendungen und mobile Applikationen sowohl entwickeln als auch betreiben. Microsoft Azure zählt zu den relevanten Plattformen in diesem Umfeld, was die Frage erlaubt, ob und wie die Umgebung für den deutschen Mittelstand taugt.

 

PaaS bietet die typischen Vorteile von Cloud-Services: Eine Entwicklungs- und Testumgebung können Sie innerhalb weniger Minuten einrichten und Ihren Entwicklern zur Verfügung stellen. Vorabinvestitionen in Hard- und Software sowie deren Installation entfallen. Sie bezahlen für die Plattform nur, solange Sie diese auch nutzen. Sobald Sie die Services nicht mehr benötigen, können Sie diese „abschalten“, so dass für Sie keine weiteren Kosten anfallen. Die Anzahl an PaaS-Umgebungen nimmt zu. Zu den Playern mit hoher Relevanz zählen wir Amazon Web Services, Google, Salesforce, IBM, Red Hat, Oracle, SAP und Microsoft. Um letztgenannte Plattform, „Microsoft Azure“, soll es im Folgenden gehen. Die Angaben stützen sich auf einen Report über PaaS-Plattformen, den PAC unlängst veröffentlicht hat.

Microsoft als klassischer Anbieter von Betriebssystemen, Office-Software und Entwicklungsumgebungen hat sich mittlerweile auch im Cloud-Business etabliert und zählt mit seinem Angebot an Cloud-Infrastruktur, PaaS und Software as a Service (SaaS) zu den führenden Playern weltweit.

Microsoft sieht sich als Provider einer Plattform, auf der neben der eigenen auch die Software von Drittanbietern laufen kann. Somit wird Azure auch für Kunden relevant, die neben Microsoft-Erzeugnissen auch andere Produkte einsetzen.

 

 

Microsoft Azure besteht in erster Linie aus IaaS und PaaS. Die Firma bietet unterschiedliche Betriebsoptionen an (lokale Installation beim Kunden, im Rechenzentrum eines Microsoft-Partners sowie in der Microsoft Cloud). Für den deutschen Markt wurde die Microsoft Cloud Deutschland entwickelt, die gewährleistet, dass die Daten der Kunden in Deutschland lagern und nur durch Mitarbeiter eines Datentreuhänders verwaltet werden können.

Microsoft Azure ist die Umgebung, über die Microsofts eigene Cloud-Services wie Office 365 und Dynamics 365 (eine Kombination aus ERP- und CRM-Software sowie Datenanalysefunktionen) bereitgestellt werden.

Für bekannte Microsoft-Produkte wie SQL Server, BizTalk und Active Directory gibt es entsprechende Cloud-Services auf Azure. Zudem beinhaltet die Plattform Datenanalysefunktionen sowie Speicher- und Abfragefunktionen für Big Data. Über Azure Services adressiert Microsoft ferner das Segment „Internet of Things“ (IoT), und zwar über Services für die Integration der Daten von Sensoren, Echtzeit-Datenanalyse, Predictive Analytics und Ereignisverarbeitung (Event Processing).

Für die Softwareentwicklung auf Basis von Azure steht ein komplettes Entwicklungs-Framework bereit, das neben anderen Dingen das Team-Entwicklungs-Tool Visual Studio, des Weiteren ein Werkzeug zum Bau mobiler Apps sowie Funktionen für das API Management  (API = Application Programming Interface) umfasst. Letzteres dient dazu, Schnittstellen zwischen lokalen Anwendungen, Cloud-Diensten oder mobilen Apps zu verwalten. Dies kommt etwa dann zum Tragen, wenn Firmen interne Applikationen mit Cloud-basierter Software verbinden möchten.

 

Für wen ist Microsoft Azure relevant?

Wer heute auf Grundlage von Windows/.NET-Technik Software entwickelt, für den ist Microsoft Azure gut geeignet. Wir gehen davon aus, dass auch für die Nutzer der Microsoft-Business-Anwendungen (Dynamics) die Relevanz von Azure als PaaS-Framework zunehmen wird. Und zwar dann, wenn es Microsoft gelingt, die eigenen PaaS-Services so mit diesen Applikationen zu verbinden, wie es Salesforce mit Force.com und seinen Cloud-basierten CRM-Anwendungen vormacht.

Die unterschiedlichen Betriebsmodelle von Azure kommen jenen Firmen entgegen, die selbst entscheiden wollen, wo welche Workloads betrieben werden sollen: auf den eigenen Servern, bei Partnern oder in der Microsoft Cloud. Dazu passt auch die Möglichkeit, Windows-basierte Rechnerumgebungen mit Azure-gestützten Services zu verbinden und diese dann auf Grundlage des einheitlichen Verzeichnisdienstes Active Directory zu verwalten. Außerdem bietet sich mit Microsoft Azure eine solide Grundlage, bestehende Windows-Umgebungen in die Cloud zu migrieren.

Zu prüfen ist speziell für mittelständische Unternehmen, was die Nutzung der Azure-Services kostet, und zwar sowohl heute als auch in Zukunft, wenn der Funktions- und Leistungsbedarf steigt. Deshalb sollten Microsoft-Kunden auch Angebote anderer Plattformen in Augenschein nehmen.


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