Meinungen
24. Mai 2018
AUTOR: Businesscloud.de

Multi-Vendor-Cloud stellt Unternehmen vor Herausforderungen

Ein Beitrag von Michael Sailer, Analyst Cloud & IoT bei PAC

 

Dieser Artikel ist der siebte in einer Serie von acht Beiträgen, die die Cloud im Allgemeinen sowie die Multi-Cloud im Speziellen zum Thema haben.

Die im Rahmen des letzten Blogbeitrags dargestellten Ergebnisse zeigen, dass die Multi-Vendor-Cloud auf dem Vormarsch ist und für zwei Drittel der Unternehmen in den nächsten Jahren stark an Relevanz gewinnen wird. Auch heute setzt schon eine Vielzahl von Unternehmen auf zwei oder mehr Cloud-Anbieter. Die Nutzung einer solchen Cloud bietet zahlreiche Vorteile und Einsatzmöglichkeiten für die Unternehmen. Gleichzeitig stellt es diese aber auch vor Herausforderungen bei der Implementierung und der Nutzung, welche nachfolgend näher beleuchtet werden.

 

Compliance-Anforderungen erfüllen – die Nummer 1 Herausforderung

Vor allem das Thema DSGVO bzw. GDPR hat dazu geführt, dass das Thema Compliance und die Anforderungen daran bei den Unternehmen besonders präsent ist. Rund zwei Drittel der befragten Firmen sehen die Erfüllung von Compliance-Anforderungen als sehr große Herausforderung. Es betrifft mittelgroße (500 bis 1000 Mitarbeiter) und große Unternehmen (1000 bis 2000 Mitarbeiter) im gleichen Ausmaß. Eine Multi-Cloud bzw. eine Multi-Vendor-Cloud macht es oftmals schwieriger Compliance herzustellen, da verschiedene Cloud-Umgebungen und deren technische Eigenheiten berücksichtigt werden müssen.

 

An zweiter Stelle der größten Herausforderungen steht die Datenintegration über verschiedene Cloud-Modelle hinweg. So werden beispielsweise die Kundendaten aus dem CRM-System (welches über Cloud-Anbieter 1 bezogen wird) benötigt, um eine Rechnung oder ein Angebot mithilfe der entsprechenden Cloud-basierten Lösung (die von Cloud-Anbieter 2 zur Verfügung gestellt wird) auszustellen. Je mehr unterschiedliche Datenquellen benötigt werden und je höher die Anzahl der Cloud-Anbieter ist, auf welche diese Daten verteilt sind, desto komplexer gestaltet sich die Datenintegration. Ein Cloud-übergreifendes Datenmanagement bzw. der Einsatz von auf dieses Thema spezialisierte externe Dienstleister können hier zu einer Verbesserung führen.

 

In diesem Kontext spielt auch der Faktor Interoperabilität eine wichtige Rolle. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen sieht im Sicherstellen der Interoperabilität in der Multi-Vendor-Cloud eine sehr große Herausforderung. Ist diese nicht oder nur eingeschränkt gegeben, führt diese zu den oben dargestellten Problemen bei der Datenintegration.

Thema Sicherheit ist omnipräsent

Wie schon in den vorherigen Blogbeiträgen erläutert, ist das Thema Sicherheit in einer Multi-Vendor-Cloud-Umgebung von enormer Bedeutung. Daher ist es wenig überraschend, dass für 60% der befragten Unternehmen die Ende-zu-Ende-Sicherheit eine sehr große Herausforderung darstellt. Zum einen muss gewährleistet sein, dass die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Cloud-Anbietern den gesetzlichen Bestimmungen und Sicherheitsstandards entspricht. Zum anderen muss der Zugriff und die Anbindung (Geräte, Maschinen, Sensoren, etc.) abgesichert sein. Dies erfordert Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen sowie qualifizierte Mitarbeiter. Vor allem letztere sind durch den anhaltenden Fachkräftemangel mitunter schwer zu finden.

 

Zögerlicher Einsatz von externen Dienstleistern

Viele der Herausforderungen, die sich durch die Implementierung und Nutzung einer Multi-Vendor-Cloud ergeben, können mithilfe eines externen Dienstleisters überwunden werden. Dennoch scheinen die Unternehmen vorerst lieber auf interne Ressourcen zu setzen. Nur knapp ein Drittel der befragten Firmen beschäftigt einen externen Dienstleister für die Cloud-Strategieberatung und für die Integration von Cloud-Lösungen.

 

Immerhin die Hälfte plant oder diskutiert zumindest darüber, in Zukunft externe Unterstützung bei der Integration in Anspruch zu nehmen. Gerade beim einem der wichtigsten Aspekte – der Auswahl des Cloud-Anbieters – überrascht, dass nur 16% der befragten Unternehmen die Expertise von externen Dienstleistern in Anspruch nehmen.

Ob sie beim Management ihrer Multi-Cloud-Lösungen auf einen Dienstleister setzen möchten, darüber diskutiert ein Großteil der Firmen noch oder hält es generell für nicht relevant.

Die Gründe für den noch geringen Einsatz von externen Dienstleistern sind nach unserer Ansicht vielfältig. So haben die Unternehmen vielleicht noch nicht erkannt, welchen Nutzen Dienstleister in diesem Bereich erbringen können und bei der Überwindung der Herausforderungen helfen können. Möglich ist auch, dass sich viele Unternehmen momentan noch in einer Art Testphase befinden und herausfinden möchten, inwieweit sie die Multi-Vendor-Cloud intern managen können. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die steigende Relevanz und Nutzung der Multi-Vendor-Cloud auch zu einem Anstieg beim Einsatz von externen Dienstleistern führen wird.

Der kommende letzte Blogbeitrag der Serie wird sich genauer damit beschäftigen, welche Akteure für die Unternehmen als Multi-Management-Partner in Frage kommen und welche Kriterien bei der Entscheidung für oder gegen einen Partner relevant sind.

 

Lesen Sie hier alle weiteren Beiträge aus der Content-Partnerschaft mit PAC!


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