Meinungen
11. April 2018
AUTOR: Businesscloud.de

Multi-Vendor-Cloud auf dem Vormarsch

Ein Beitrag von Michael Sailer, Analyst Cloud & IoT bei PAC

 

Dieser Artikel ist der sechste in einer Serie von acht Beiträgen, die die Cloud im Allgemeinen sowie die Multi-Cloud im Speziellen zum Thema haben.

Der letzte Blogbeitrag hat sich mit der Frage beschäftigt, auf welche Cloud – Single- oder Multi-Vendor-Cloud – Unternehmen setzen bzw. setzen werden. Dabei hat sich gezeigt, dass bereits heute viele Unternehmen eine Multi-Vendor-Cloud-Strategie verfolgen. Bei der Wahl des bzw. der Anbieter haben die Firmen aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten die Qual der Wahl. Bei den befragten Unternehmen waren AWS und Microsoft Azure besonders stark vertreten, aber auch lokale Player spielen eine zentrale Rolle.

 

Multi-Vendor-Cloud für viele Anwendungsszenarien nutzbar

Die Multi-Vendor-Cloud bietet eine Vielzahl möglicher Anwendungsszenarien. Der Vorteil ist, dass Unternehmen den Best-of-Breed-Ansatz verfolgen können, also für die unterschiedlichen Anwendungsbereiche jeweils den Anbieter sowie die Cloud-Art (Private oder Public) auswählen können, der bzw. die für sie am besten passt. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen verwendet die Cloud bereits für Geschäftsanwendungen wie ERP, CRM, HR oder SCM. Beim Thema Webhosting setzen 40% auf die Cloud und rund 33% nutzen sie für das Hosting von Anwendungssoftware (z.B. SAP).

Bei diesen Szenarien zeigen sich jedoch Unterschiede zwischen mittelgroßen (500 bis 1000 Mitarbeiter) und großen (1000 bis 2000 Mitarbeiter) Unternehmen. Im Schnitt ist die Cloud, wie schon in vorherigen Beiträgen erwähnt, bei großen Unternehmen tendenziell etwas weiter verbreitet. Besonders deutlich werden die Unterschiede beim Thema Webhosting: Die Cloud wird hier von rund 53% Prozent der großen, aber nur von etwa 27% der mittelgroßen Unternehmen genutzt.

Besonders heiß diskutiert (im Schnitt 43%) – und zwar bei mittelgroßen und großen Unternehmen gleichermaßen – scheint das Thema Workplace-Anwendungen zu sein, wozu beispielsweise die Office-Programme sowie Tools für die Zusammenarbeit in Teams (Collaboration-Werkzeuge) zählen.

Bei den hier dargestellten Ergebnissen gilt es aufgrund der Multi-Vendor-Cloud-Thematik zu beachten, dass es sich hier nicht um Entweder-oder-Entscheidungen handelt. Das heißt, die befragten Unternehmen setzen für die einzelnen Anwendungsbereiche auf die Dienste verschiedener Cloud-Anbieter gleichzeitig.

 

Relevanz der Multi-Vendor-Cloud steigt weiter

Rund ein Drittel der befragten Unternehmen setzt bereits heute auf vier oder mehr Cloud-Anbieter gleichzeitig. Wirft man einen Blick in die Zukunft, so können sich knapp 70% der Unternehmen vorstellen, auf vier oder mehr unterschiedliche Cloud-Provider zu setzen.

Bei der Frage, wie relevant die Multi-Vendor-Cloud heute für die Unternehmen ist, votierte ein Drittel für sehr wichtig, rund 53% zumindest für teilweise wichtig. Hintergrund ist die fortschreitende Digitalisierung von Geschäftsmodellen, Prozessen und Kundenbeziehungen. Dafür sind agile und flexible IT-Services und ‑Infrastrukturen notwendig, welche durch eine Multi-Vendor-Cloud gegeben sind.

Relevanz der Multi-Vendor-Cloud, Quelle: PAC-Studie im Auftrag von CANCOM Pironet zur Cloud-Nutzung in Deutschland, 2017

Zwei Drittel der befragten Unternehmen sind sich einig: Die Multi-Vendor-Cloud wird in den nächsten Jahren weiter an Relevanz gewinnen. Dieses klare Ergebnis zeigt, dass sich viele Unternehmen der Chancen und Vorteile, die eine Multi-Vendor-Cloud bieten kann, schon heute bewusst sind.

 

Der nächste Blogbeitrag wird sich genauer damit beschäftigen, vor welche Herausforderungen die Implementierung und Nutzung einer Multi-Vendor-Cloud die Unternehmen stellt.

 

Lesen Sie hier alle weiteren Beiträge aus der Content-Partnerschaft mit PAC!


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