Meinungen
24. Mai 2013
AUTOR: Businesscloud.de
Microsoft Windows blickt mittlerweile auf eine gewisse Geschichte zurück. Seit das Betriebssystem in seiner Version 3.1 im Jahr 1992 erstmals eine breite Nutzerschaft erreichte, waren die Versionen mal mehr und mal weniger erfolgreich und beliebt. Auf manche sichere und stabile Version folgte manch unverständlicher Rückschlag, der die Anwender ratlos vor ihren Bildschirmen verzweifeln ließ. Knapp zehn Jahre nach der Einführung von Windows 3.1 stellte Microsoft dann Windows XP vor. Es erschien am 25. Oktober 2001 und es dauerte nicht lange, bis sich die meisten Nutzer einig waren, dass Windows nun gewissermaßen „angekommen“ sei. Die Oberfläche war optisch ansprechend und leicht zu bedienen, die von Haus aus große Treiberdatenbank vereinfachte den Anschluss von Zusatzgeräten und alle, die noch Windows 98 kannten, waren schier Fassungslos, dass XP teils Wochen oder gar Monate laufen konnte ohne ein einziges Mal abzustürzen. Kurz: Das Produkt hatte einen Reifegrad erreicht, der Fragen nach Verbesserung und Weiterentwicklung oftmals gar nicht mehr aufkommen ließ. Dadurch wurde Windows zum ersten Mal auf das reduziert, was es eigentlich immer sein sollte: Ein Betriebssystem. Nicht mehr und nicht weniger.

Mittelstand oftmals noch mit Betriebssystem-Oldie

Die neuere Geschichte von Windows ist hinlänglich bekannt. Windows Vista darf, gemessen am Erfolg, als gescheitertes Experiment betrachtet werden und Windows 8 ist zu neu und zu avantgardistisch, als dass man es zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll bewerten könnte. Was fehlt? Richtig, da gibt es ja auch noch Windows 7. Mit dieser Version hat Microsoft eigentlich alles richtig gemacht. Von XP bekannte Tugenden wie geringer Ressourcenverbrauch und hohe Systemstabilität wurden konsequent weiterentwickelt, Sicherheitskonzept, Treibersuite und Oberfläche in die Neuzeit überführt. Dem ganz großen Erfolg dieser Variante stand bislang vor allem einer im Weg: Der eigene Großvater! Nicht zuletzt durch die verlorene Generation Vista hatte Windows XP sehr viel Raum, um sich zu verbreiten. Entsprechend groß ist nach wie vor das Angebot an kompatiblen Anwendungen und Treibern. Im deutschen Mittelstand setzen immer noch rund 50 Prozent der Unternehmen auf den Betriebssystem-Oldie. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie plausibel: Die XP-Lizenzen sind längst abgeschrieben und belasten das Budget nicht mehr, die Admins und die User kennen das System wie ihre Westentasche, manche für den Geschäftsbetrieb unerlässliche Spezialsoftware wurde im XP-Zeitalter geschrieben und wird heute nicht mehr weiterentwickelt oder es greift schlicht die alte Lösung: Never change a running System!

April 2014: Schluss, aus, vorbei!

Ja, wir hätten noch ewig mit XP weiterarbeiten können. Doch unlängst gab Microsoft selbst den schnöden Spielverderber und beschwor über den Köpfen der XP-Nutzerschaft das Damoklesschwert herauf, im April 2014 endgültig den Support für Windows XP (und Office 2003) einzustellen. Nicht, dass sich XP die Rente nicht redlich verdient hätte oder die Überraschung über das baldige Aus übermäßig groß wäre, führt die Entscheidung von Microsoft doch zu einigem Verdruss. Denn die Einstellung des Supports wird in absehbarer Zeit folgende Konsequenzen haben:
  • Für Sicherheitslücken im Betriebssystem werden keine Patches mehr angeboten
  • Neue Anwendungen werden schon bald nicht mehr mit Windows XP kompatibel sein
  • Updates für Software von Drittanbietern werden nicht mehr für XP angeboten
  • Neue Gerätetreiber werden für XP nicht mehr zur Verfügung gestellt

Abwarten wird teurer als Handeln

Ohne an dieser Stelle schwarzmalen zu wollen drängt sich für mich eine Schlussfolgerung auf: Früher oder Später wird der Zug XP gegen die Wand fahren. Das ist unvermeidlich. Eines haben wir allerdings in der Hand: Ob wir noch im Zug sitzen wenn es soweit ist! Viele IT-Entscheider fürchteten den fälligen Umstieg bislang vor allem wegen der damit verbundenen Kosten und Risiken. Und da ist auch was dran. Es müssen neue Lizenzen erworben werden, es wird Personal gebunden und natürlich ist jede große Systemumstellung mit der ein oder anderen Anlaufschwierigkeit verbunden. Dennoch ist inzwischen ein Punkt erreicht, an dem Abwarten teurer ist als Handeln. Denn noch ist Zeit, um den Umstieg in aller Ruhe zu planen und vorzubereiten. Man kann gegebenenfalls noch eine Weile zweigleisig fahren und Systeme nach und nach Umstellen. Man kann ohne Druck testen und verwerfen, um schließlich auf alle mit dem Umzug verbundenen Fragen befriedigende Antworten zu finden. Noch gibt es keinen unmittelbaren Zwang, der einen stressigen Umzug „über Nacht“ erforderlich macht. Dieses sich schließende Zeitfenster gilt es zu nutzen! Dabei bietet es sich an, auf Experten-Know-how zurückzugreifen. Auf diese Weise profitieren „wechselwillige“ nicht nur von der Erfahrung aus vielen erfolgreichen Umzugsprojekten, sondern entlasten geleichzeitig die eigenen IT-Mitarbeiter, die den Projektdruck nicht alleine tragen müssen und darüber hinaus weiterhin Zeit für andere Aufgaben finden. Gehen wir´s an!

4 kommentare zu “Windows XP: Never change a running System?”
  1. Windows XP – umsteigen oder aussteigen?! - Business-Cloud

    [...] dringende Wechselempfehlung spricht auch unser Produkt-Manager Robin Buhl aus. In seinem Blogpost „Windows XP: Never change a running System?“ findet er klare Worte: „Ohne an dieser Stelle schwarzmalen zu wollen, drängt sich für mich eine [...]

  2. Bye-bye Windows XP und Steve Ballmer

    [...] Zeitfenster gilt es zu nutzen!“ Das meint unser Kollege Robin Buhl in seinem Blogpost „Windows XP: Never change a running System?“ Sein Fazit lautet: „Abwarten wird teurer als Handeln“. Deshalb: „Gehen wir´s [...]

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