Was Lauben-Vögel und Cloud-Provider gemeinsam haben

21. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Nachrichten

Als Provider virtuoser Nestbauten kämpft der Laubenvogel mit der anspruchsvollen weiblichen Kundschaft. Bild: Brett Donald, Wikipedia

Verschmähte Wolkenlaube

Der Laubenvogel heißt Laubenvogel, weil er für seine Angebetete eine prachtvolle Laube baut – mit einem Turm aus Zweigen, einem Boden aus Blättern und Schmuckstücken wie Beeren, Schneckenhäusern oder Papierfetzchen. Und dann? Sobald das Liebesnest fertig ist, kommt Frau Laubvogel zur Besichtigung. Dabei passiert es nicht selten, dass die kleine Federviehdame indigniert das Schnäbelchen rümpft und dem mühevoll errichteten Wohnobjekt samt Baumeister den Rücken kehrt. Seine oft monatelange Arbeit war damit im wahrsten Sinne des Wortes vergebliche Liebesmüh. Ähnlich begossen dürften nun die Cloud-Provider dastehen. Denn was haben sie nicht alles getan, um Unternehmen in ihre Cloud-Laube zu locken. Und jetzt das! Die von Symantec in Auftrag gegebene Studie „State of Cloud Survey 2011“, in der 5.300 Unternehmen aus 38 Ländern befragt wurden, hat laubvogelweibchenähnliche Ergebnisse, wie Sie im „CIO“-Beitrag „Wenig Agilität und Effizienz – Cloud Computing verfehlt Ziele“ nachlesen können

Ob's gefällt? Hier ein Cloud-Nest in Einzelfertigung. Bild: Factumquintus, Wikipedia

Gleiches Security-Level trotz steigender Gefahren

Laut der Studie des Sicherheitsspezialisten Symantec sollen 80 Prozent der Teilnehmer IT-Sicherheit als das wichtigste zu lösende Problem (oder wie heißt es so schön im Business-Sprech „als die größte Herausforderung“) beim Cloud Computing bezeichnet haben. Hm, offenbar hat Symantec nicht die weltweit 138 Unternehmen aus den Branchen Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT) befragt, die an der Deloitte-Studie „Raising the Bar – 2011 TMT Global Security Study” teilgenommen haben. Denn denen scheint Sicherheit nicht allzu wichtig zu sein. Jedenfalls haben die von Deloitte Befragten trotz steigender Gefahren „ihre Sicherheitsmaßnahmen nur auf Vorjahresniveau gehalten“. Allerdings: „Künftig werden sich TMT-Unternehmen vor allem mit mobiler Sicherheit, Cloud Computing und Datenschutz beschäftigen.“ Das lässt hoffen. Mehr dazu verrät Ihnen die Deloitte-Pressemeldung „Viel ist nicht genug – Deloitte-Studie zur Informationssicherheit: TMT-Unternehmen halten mit Entwicklung nicht Schritt“

Wolkiges Heimspiel

Und wenn wir schon beim allseits beliebten Thema Sicherheit sind, wollen wir auch gleich noch über einen weiteren Schlager aus der Security-Hitparade berichten: das amerikanische Antiterrorgesetz „Patriot Act“. Nein, dazu hat sich im Hinblick auf die Cloud noch nichts Entscheidendes bewegt. Es wird immer noch diskutiert, ob der Patriot Act tatsächlich EU-Recht außer Kraft setzt. Im Augenblick befasst sich das EU-Parlament mit dieser Frage. Dieser „Nichts-Genaues-weiß-man-nicht-Zustand“ ist schlecht für alle amerikanischen Cloud-Provider, bietet jedoch eine optimale Marktchanche für europäische Wolkenunternehmen. Diese haben nun Severalnines und City Network ergriffen und stellen das „Beta-Release eines 100prozentigen europäischen Database as a Service-Angebots (DBaaS) vor“, in der Hoffnung, dass vor allem T-Systems anbeißt. Denn T-Systems könnte dann wie Amazon … Aber lesen Sie die Details am besten selbst – im „SearchSecurity“-Beitrag: „Heimvorteil für City Cloud Database Service gegenüber Amazon S3: Cloud versus Patriot Act – Die Daten bleiben hier!“

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