Meinungen
16. Januar 2017
AUTOR: Klaus Göbbel

Ex-Bitkom-Chef Dieter Kempf führt nun den BDI

Zeitenwechsel beim wichtigsten Industrie-Verband in Deutschland

 

Von Klaus Göbbel, Marketing Manager bei PIRONET

 

BDI-Pressebild von Fotograf Christian Kruppa

BDI-Pressebild von Fotograf Christian Kruppa

 

Bislang war der Bundesverband der Deutschen Industrie – kurz BDI – als eine überaus einflussreiche, aber auch konservative und komplexe Institution mit festen Traditionen bekannt. Eine langjährige Verankerung in der Old Economy war daher in der Vergangenheit für die Funktionsträger ein Muss. Da passte es hervorragend ins Bild, wenn der letzte BDI-Präsident, Ulrich Grillo, selbst aus einer Dynastie von Industrie-Unternehmern stammte.

Aufhorchen lässt daher die Personalie des neuen BDI-Chefs, dessen berufliche  Biografie sich bereits auf den ersten Blick deutlich von der seiner Vorgänger unterscheidet: Dieter Kempf verfügt nämlich nicht über Erfahrung in der Leitung eines klassischen deutschen Industrieunternehmens – wie beispielsweise Vorgänger Grillo.

Stattdessen ist Kempfs Lebenslauf durch und durch von der IT geprägt: Immerhin zwei Dekaden lang bekleidete er den Posten des Chefs der Datev, die als Genossenschaft zentral für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Software-Dienstleistungen bereitstellt. Weil sie diesen Service schon seit den 60er Jahren anbietet, ist die Datev praktisch so etwas wie die „Mutter“ des B2B-Cloud Computings in Deutschland.

Nach seiner Datev-Karriere stand Dieter Kempf außerdem vier Jahre lang dem Bitkom vor, dem größten IT-Branchenverband in Deutschland. Erstmalig liegt damit die Führung des einflussreichen BDI in den Händen eines erfahrenen IT-Managers. Indirekt wird mit dieser Personalie also auch ein Stück weit die entscheidende Rolle der Informationstechnik für die Zukunft der deutschen Industrie unterstrichen.

Auf jeden Fall stellt der Amtsantritt des neuen BDI-Chefs eine Zäsur dar, wie nach Ansicht der Süddeutschen Zeitung bereits auf der ersten Pressekonferenz im neuen Amt – ausgerechnet an Kempfs 64. Geburtstag – deutlich wurde. Er wolle nicht nur „Wirtschaft besser erklären, Vorbehalte gegen die Industrie aufnehmen und zerstreuen“, wie die SZ schreibt, sondern achtet angesichts des bevorstehenden tiefgreifenden Wandels auch auf die Wahrnehmung in der Gesellschaft: „Wir müssen Ängste und Nöte verstehen.“

Darüber hinaus hat Kempf als IT-Mann natürlich die neuen Technologien weit oben auf seiner Agenda. Zu den Aufgaben zählen für ihn in diesem Zusammenhang insbesondere der Schutz vor möglichen Bedrohungen – Stichwort: Cybersicherheit – oder auch Engpässe beim Breitbandausbau. Mit diesem erweiterten Horizont verspricht Motorrad-Liebhaber Kempf auf jeden Fall frischen Wind in den für die Wirtschaft dieses Landes so wichtigen Verband zu bringen.

„Er ist anders“, resümiert daher die SZ, und prognostiziert, dass „Dieter Kempf den BDI mehr verändern könnte als viele denken.“ Recht so, denn die Digitale Transformation beginnt – gerade auch in der deutschen Industrie – zuallererst in den Köpfen.


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