Freitagabend, Derrick – Cybercrime-Time in der Cloud

19. März 2012 | Von | Kategorie: Nachrichten

Cyber-Täter: Nichts für Oberinspektor Derrick

Nachdem 1974 drei Folgen von „Derrick“ ausgestrahlt worden waren, gab es einen bösen Verriss vom „Spiegel“: Der Oberinspektor würde „ziemlich ratlos durch die Klischees und Ungereimtheiten ziemlich stereotyp konstruierter Fälle“ „tappern“ und damit den Zuschauer langweilen. Nun, bis 1996 gab es weitere 278 Folgen. Vielleicht wurde Derrick gerade deshalb ein Erfolg, weil am Freitagabend immer alles so hübsch übersichtlich war: anfangs gab es eine schön hindrapierte Leiche und drumrum einen kleinen Kreis von Personen, von denen halt dann einer der Mörder war. Doch die Zeiten, in denen die Anzahl der potenziellen Täter noch überschaubar war, sind leider vorbei. Bei Cyberattacken jedenfalls gibt es eingebettete Passwörter, die „einer großen Anzahl an Usern wie Systemadministratoren und Entwicklern zugänglich sind“. Und bei Private Clouds sind es die Hypervisoren, die umfassende Zugriffsrechte besitzen, und damit „Zugang zu Tausenden von virtualisierten Servern, Datenbanken und Applikationen“ haben. Mehr über „Die versteckten Gefahren“, an denen auch Derrick gewiss gescheitert wäre, lesen Sie im „Enterprise CIO Forum“

2012 – Das Jahr der Cloud-Governance

Wenn also in der Private Cloud ein paar Daten verlustig gehen, heißt es dann à la Reinhard Mey: „Der Mörder war wieder der Hypervisor, und er plant schon den nächsten Coup. Der Mörder ist immer der Hypervisor, und der schlägt erbarmungslos zu“?! Das wäre wahrlich zu einfach und Derrick würde, wenn er sich denn doch mit digitalen Untaten beschäftigen täte, hier wahrscheinlich nur die tränensackschweren Augen verdrehen. Was also tun, denn die Wolke muss ja schließlich sicher(er) werden. Aber wir brauchen uns darum weder Sorgen zu machen noch den Oberinspektor einzuschalten. Denn 2012 werden Unternehmen „beginnen, Firmen-Policies darüber zu formulieren, was in der Cloud sein darf, welche Daten in die Cloud wandern dürfen und wer für die Cloud-Services im Unternehmen verantwortlich ist.“ Und nicht nur das: „Zudem würden Fragen nach den rechtlichen Rahmenbedingungen zum Schutz der Privatsphäre und dem Zugriffsschutz auf Daten in den Vordergrund rücken“. Und wer behauptet das? Der CIO-Beitrag  „12 Outsourcing-Trends für 2012“ verrät es Ihnen

Schon Derick stand auf mobile Endgeräte. Allerdings produzierten die vorwiegend giftblaue Clouds. Bild: Wikipedia, Charles01

Google-Mail-Krimi

Nun, es bleibt also spannend, was sich in diesem Jahr noch so alles in Sachen Wolke und Sicherheit tun wird. Eines ist jedenfalls klar: Wir werden die Cyber-Überfälle ebenso wenig zu 100 Prozent verhindern können, wie zum Beispiel die realen Banküberfälle oder Hauseinbrüche. Kurzum: Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht – weder in der Wolke noch im realen Leben, das eben jeden Tag lebensgefährlich ist. Und weil das so ist, wird es weiterhin genügend Stoff für Krimis geben. Und sehen wir es mal positiv: Die Cloud bringt da durchaus etwas Abwechslung in die immer gleichen „Wer-war-der-Mörder?“-Handlungsstränge, wobei es in der Wolke keine richtigen, sondern „nur“ Datenleichen gibt. Dies jedoch kann nicht weniger tragisch sein, wie uns zum Beispiel eine Google-Mail-Hack-Story aus dem wahren Leben zeigt: Lesen Sie also im „The Atlantic“-Magazine die spannende Geschichte von James Fallows über den gehackten Gmail-Account seiner Frau

Für alle Fans gepflegter Freitagabendkriminalität

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