Meinungen
15. Dezember 2016
AUTOR: Businesscloud.de

"Digital Workplace Betrieb": Kernsanierung angezeigt

PAC_Blog

Ein Beitrag von Dr. Andreas Stiehler, Principal Analyst bei PAC

 

Der nachfolgende Beitrag bildet die Fortsetzung einer Serie von PAC-Analysen zur Gestaltung des „Digital Workplace“ als ganzheitliches Design- und Servicekonzept. Im Fokus dieser Analyse steht der Wandel von Paradigmen bei Bereitstellung und Betrieb der Arbeitsumgebungen.

 

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Zentralisierung des Anwendungsbetriebs ist angezeigt

Eine gerne gestellte Frage bei Diskussionen zur zukünftigen Ausrichtung der IT lautet: „Was würden Sie tun, wenn Sie Ihre IT-Organisation heute noch einmal ganz neu aufbauen könnten?“ Mit Blick auf den Workplace-Betrieb würde die Beantwortung dieser Frage vielen IT-Administratoren sicher recht leicht fallen. Eine zentrale Bereitstellung der Anwendungen „as a Service“ erscheint nahezu alternativlos, um angesichts der zunehmenden Vielzahl und Heterogenität an Tools und Gadgets im Workplace-Umfeld eine Kostenexplosion zu vermeiden sowie hohe Performance- und Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

 

Schließlich liegen die Vorteile in puncto Kosten, Sicherheit und Agilität auf der Hand:

  • Kosten: Eine zentrale Bereitstellung der Arbeitsplatzanwendungen „as a Service“ eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für Kosteneinsparungen. IT-Managementprozesse lassen sich auf dieser Basis einfacher optimieren und automatisieren. Zudem können die Betriebskosten durch optimierten Einsatz von Server- und Rechenleistung gesenkt werden. Und nicht zuletzt können teure Laptops durch günstigere Thin Clients ersetzt werden.
  • Sicherheit: Verbleiben kritische Anwendungen und Daten auf einer zentralen Plattform hinter der Firewall, senkt dies die Risiken, die insbesondere mit der mobilen Nutzung einhergehen. Ebenso wichtig: Der gesamte Betrieb wird transparenter und die IT erhält ein wesentlich höheres Maß an Kontrolle.
  • Agilität: Das Management der Arbeitsplatzanwendungen gestaltet sich bei zentraler Bereitstellung nicht nur effizienter, sondern auch schneller und flexibler. Neue Mitarbeiter können in kurzer Zeit hinzugeschaltet (Onboarding) oder Geräte bei Defekten kurzfristig ersetzt werden. Darüber hinaus lassen sich flexible Nutzungskonzepte wie BYOD oder eine rollenbasierte Ausstattung der Mitarbeiter wesentlich einfacher umsetzen.

 

Cloud-Migration ist notwendig, aber noch nicht hinreichend

Auch an der Cloud-Migration im Workplace-Umfeld dürfte über kurz oder lang kein Weg vorbeiführen. So haben mittlerweile alle großen Anbieter von Anwendungen für den Arbeitsplatz eine Cloud-First-Strategie implementiert, und deren wichtigste Herausforderer sind zumeist Cloud-Startups. Mit anderen Worten: Innovative Arbeitsplatzanwendungen werden künftig vornehmlich über die Cloud angeboten. Angesichts der steigenden Anforderungen an das Design der Arbeitsumgebungen und einer wachsenden Schatten-IT werden die IT-Verantwortlichen dauerhaft nicht umhinkönnen, sich gegenüber der Inanspruchnahme von (Public) Cloud Services zu öffnen.

Allerdings wird mit zunehmender Nutzung von Cloud Services eine zentrale Orchestrierung nicht überflüssig. Ganz im Gegenteil: Es nützt wenig, wenn die verschiedenen Anwendungen effizient in den Clouds externer Anbieter betrieben werden, während die Kosten für Bereitstellung, Verwaltung und Administration der Vielzahl an Services in die Höhe schießen.

Zudem vollzieht sich die Cloud-Migration i.d.R. weniger als radikaler Bruch denn als schrittweiser Prozess. Unternehmen starten eben nicht auf der grünen Wiese, sondern arbeiten mit einer gewachsenen Legacy, die nicht von heute auf morgen vollständig abgelöst und durch Cloud Services ersetzt werden kann. Und schließlich haben viele Anwender durchaus nachvollziehbare Gründe, nicht jede Anwendung und alle Daten in die Public Cloud zu transferieren.

In der Konsequenz setzen viele Unternehmen hierzulande auf eine hybride Cloud-Strategie – also die Koexistenz verschiedener Bereitstellungsformen im Anwendungsbetrieb. Das Spektrum reicht vom On-Premise-Betrieb in herkömmlicher Form, einer privaten Cloud im Eigenbetrieb, über eine private, aber von Dritten betriebene Cloud bis hin zur Inanspruchnahme von Public Cloud Services. Klar ist: Um angesichts dieser (Cloud-)Vielfalt im Anwendungsbetrieb hohe Effizienz, Sicherheit und Agilität zu gewährleisten, ist eine Zentralisierung der Bereitstellungs- und Management-Routinen dringend angezeigt.

 

Externe Unterstützung sollte ernsthaft geprüft werden

Klar ist aber auch: Der Aufbau und das Management einer solchen zentralen Managementplattform ist ein anspruchsvolles Unterfangen. Schließlich müssen unterschiedliche Anwendungen, die in unterschiedlicher Form betrieben werden, für Mitarbeiter in verschiedenen Rollen, die in verschiedenen Umgebungen mit unterschiedlichen Endgeräten darauf zugreifen, bereitgestellt werden. Die Umsetzung einer solchen „Managed-Diversity“-Lösung bindet Ressourcen und ist angesichts der Komplexität und der rasanten technischen Entwicklung (Cloud, Virtualisierung, Mobilität) mit hohen Investitionsrisiken behaftet.

Unternehmen sollten vor diesem Hintergrund ernsthaft prüfen, ob sie ein solches Vorhaben mit eigenen Ressourcen auf profitable Art und Weise stemmen können. In vielen Fällen erweist es sich als sinnvoller, für den Aufbau und das Management einen spezialisierten Dienstleister zu engagieren. Diese verfügen in der Regel nicht nur über mehr Erfahrung, sondern können beim Management der Plattformen auch Skaleneffekte generieren – vorausgesetzt, sie haben bereits in entsprechende Blueprints investiert und besitzen einen entsprechenden Footprint.

 

Mein Credo: Grüne Wiesen gibt es leider nicht im Arbeitsplatzbetrieb der meisten Unternehmen, ein radikaler Umbau ist dennoch erforderlich. Es reicht nicht aus, nur die Fassade zu erneuern, indem verstärkt Public Cloud Services eingesetzt werden. Eine Kernsanierung der Altbausubstanz ist angezeigt, aber eben auch ein hochkomplexes Vorhaben. Für viele Unternehmen dürfte es sich lohnen, hier einen Spezialisten hinzuzuziehen.


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