Analysen
31. Juli 2014
AUTOR: Businesscloud.de

Die Datenbank aus der Wolke

Deutschland ist das Land der Menschen, die am liebsten alles selbst machen. Kein Wunder, dass Besucher aus dem Ausland erschreckt zusammenzucken, wenn sie sich in einen Baumarkt von Hornbach verirren und dort mit einem fröhlichen „Yippie jaja yippie yippie yeah“ empfangen werden. Doch das Selbermachen hat seine Grenzen. Wer bereits einmal beim Versuch, eine neue Bad-Armatur zu montieren, die Wohnung geflutet hat, weiß das. Das gilt auch für Heimwerker-Neulinge, die sich dem Spott arrivierter Kollegen ausgesetzt sehen. Und das nur, weil sie nicht den Unterschied zwischen einem Rahmendübel Tetrafix XL TFS-L 6/65 und einem Hakendübel H-TFS-L Pirat Form 10 kennen.

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Selber machen? Ja gerne! Aber bitte dann, wenn man etwas von der Sache versteht. Das gilt auch für Datenbanktechniken wie Microsoft SQL-Server. Bild: Hornbach

Das Selbermach-Syndrom findet sich jedoch auch in anderen Bereichen, etwa in IT-Abteilungen. Selbst die oft überlasteten IT-Teams von kleineren und mittelständischen Firmen scheinen oft nicht von Yippie jaja yippie yippie yeah lassen zu können. Ein Beispiel sind Datenbanken. Fakt ist, dass kein Unternehmen ohne Datenbank auskommt. So gut wie jede Applikation benötigt eine nachgelagerte Datenbank, vom Mail-Server über den Web-Auftritt bis hin zum CRM-System (Customer Relationship Management) und der Auftragsverwaltung.

Auch Datenbanken „wandern“ in die Cloud

Wer aus der „Linux-Ecke“ kommt, setzt häufig auf Oracles MySQL. Natürlich haben auch Oracles Database 12, Sybase oder IBMs DB2 ihre Anhänger, um nur einige Anbieter zu nennen. Und wer Windows-Server verwendet, greift in vielen Fällen zu Microsofts SQL Server, der seit Ende 2013 in Version 2014 vorliegt. Gerade der SQL Server hat sich in mittelständischen Unternehmen etabliert. Interessanterweise halten viele Unternehmen eisern daran fest, diese Datenbanken selbst zu verwalten. Das mag damit zusammenhängen, dass Databases als strategisch wichtig gelten, vor allem wegen der darauf gespeicherten Geschäftsdaten. Die Spionage-Affäre um den US-Geheimdienst NSA hat sicherlich dazu beigetragen, dass vor allem deutsche Mittelständler besonders vorsichtig sind, wenn es um das „Outsourcen“ von Datenbanken geht.

Software-Firmen entdecken DBaaS

Dabei gilt Database as a Service (DBaaS), also die Nutzung von Datenbank-Software, die ein Cloud Service Provider bereitstellt, als Markt mit großem Potenzial. Die Marktforschungsfirma MarketsandMarkets schätzt beispielsweise, dass der weltweite Umsatz mit DBaaS im laufenden Jahr bei rund 1,1 Milliarden Dollar liegen wird, im Jahr 2019 jedoch bei 14 Milliarden Dollar. Kein Wunder, dass die Anbieter von Datenbank-Systemen auf den Cloud-Zug aufgesprungen sind: Oracle bietet seit Herbst 2013 seine Database auch als Cloud-Dienst an. Amazon Web Services (AWS) ermöglichen mit Amazon Relational Database Service (RDS) den „Zugriff auf den Funktionsumfang einer vertrauten MySQL-, Oracle-, SQL-Server- oder PostgreSQL-Datenbank-Engine“, so AWS. Natürlich wirbt auch Microsoft für seine Azure SQL-Datenbank. Das Unternehmen stellt unter anderem eine Option in den Vordergrund, die dem User zumindest teilweise die Kontrolle über seine Daten und die Anwendung belässt: eine Hybrid-Lösung, bei der ein Unternehmen weiterhin seine MS-SQL-Server im Unternehmensnetz betreibt, parallel dazu aber Cloud-basierte SQL-Implementierung nutzt. Warum Database as a Service eine Überlegung wert ist Misstrauen hin, Drang zum Selbermachen her: Es gibt in der Tat handfeste Gründe dafür, eine MS-SQL-Datenbank „aus der Wolke“ zu beziehen. So stellt Pironet NDH seinen Kunden nun Microsoft SQL Server 2014 aus der Cloud zur Verfügung. Die Datenbanken werden dabei über eigene Rechenzentren bereitgestellt, die sich ausschließlich in Deutschland befinden. Damit unterliegen sie deutschem und EU-Datenschutzrecht. Ein wesentlicher Punkt, wenn es darum geht, wer Zugang zu Informationen hat, die ein Kunde in einer Cloud-SQL-Datenbank lagert. Zudem sorgt „Resource Governor“ – ein Bestandteil von MS SQL Server 2014 – dafür, dass zugesagte Leistungsparameter zuverlässig zur Verfügung stehen und SLAs eingehalten werden.

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Microsofts SQL Server 2014 ist auch als Cloud-Service verfügbar – über Microsofts Azure-Cloud, aber auch über deutsche Service Provider wie etwa Pironet NDH. Bild: Microsoft

Doch zurück zu den Vorteilen, die ein DBaaS-Modell Unternehmen bietet. So ist es bei DBaaS einfacher und preisgünstiger, eine ausfallsichere Konfiguration einzurichten. Denn in diesem Fall entfallen aufwändige und kostspielige Arbeiten, etwa zwei Server-Systeme aufzusetzen, die entsprechenden Lizenzen für Betriebssystem und Datenbank zu ordern, eventuell die Implementierung von Speziallösungen vorzunehmen, die kurze Fail-over-Zeiten bei Ausfall einer Komponente bieten. Das kostet nicht nur Geld, sondern erfordert vom Anwender spezielles Know-how. Ein weiterer Pluspunkt: Der Nutzer muss sich nicht um Datensicherungen kümmern. Nicht zu unterschätzen ist zudem, dass ein Cloud-Rechenzentrum in der Regel über deutlich bessere Datenschutz- und Datensicherungstechniken verfügt als ein „normales“ Data Center eines Unternehmens. Das gilt auch für die Expertise der IT-Fachleute. Ein Anbieter wie etwa Pironet NDH hat nun einmal Experten für MS SQL-Server an Bord. In der IT-Abteilung eines mittelständischen Unternehmens sind solche Fachleute eher selten zu finden.

Worauf es bei der Wahl der „richtigen“ Lösung ankommt

Ein weiterer wichtiger Faktor im Zusammenhang mit einem Database-as-a-Service-Angebot „Made in Germany“: eine fachkundige Beratung. Denn machen wir uns nichts vor: Viele SQL-Server-Installationen laufen eher schlecht als recht vor sich hin. Von wegen Optimierung und schon gar keine Nutzung neuer Funktionen wie In-Memory-Verarbeitung, die beispielsweise SQL-Server 2014 bereitstellt.

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Beim Database-as-a-Service-Ansatz wird pro Virtual Machine eine SQL-Server-Instanz genutzt. Bild: Microsoft

Was solche durchaus nützlichen Features betrifft, handeln IT-Abteilungen oft ebenso wie der Heimwerker-Aspirant: Lieber die Finger davon lassen, als etwas kaputt zu machen. In Zeiten, in denen deutsche Mittelständler weltweit im Wettbewerb gegen harte Konkurrenz stehen, ist das „suboptimal“. Eine Beratung durch einen Cloud Service Provider wie Pironet NDH, der dieselbe Sprache spricht wie seine Kunden und deren Anforderungen versteht, ist daher Gold wert. Keine Web-Interfaces, mit denen der Kunde zwar eine Nullachtfünfzehn-Cloud-Datenbank aufsetzt, aber keine Beratung erhält. Keine kryptischen Optionen, von denen kein Mensch weiß, ob sie notwendig sind und welche Zusatzkosten sie verursachen. Und doch echte Cloud-Vorzüge, etwa indem Anwender ihren neuen SQL-Server innerhalb weniger Stunden in Betrieb nehmen können.

„Was kannst Du mir noch bieten?“

Ein weiterer Punkt, auf den – potenzielle – Nutzer von Database-as-a-Service-Diensten achten sollten: Was der Service Provider zusätzlich in petto hat. Denn eine leistungsfähige und gut gesicherte SQL-Server-Datenbank bei einem einheimischen Anbieter ist ja gut und schön. Doch gibt es bei technischen Fragen einen Service Desk, den man telefonisch rund um die Uhr erreichen kann? Und wie kommen beispielsweise die Daten vom hauseigenen Data Center ins Cloud-Rechenzentrum und zurück? Wer in diesem Fall Zusatzleistungen ordern kann, etwa gesicherte VPN-Verbindungen (Virtual Private Networks), ist fein heraus. Zudem muss es ja nicht bei DBaaS bleiben. Denn vielleicht kommen IT-Abteilung und Geschäftsführung auf den Geschmack und wollen weitere Cloud-Dienste ordern, etwa Server- oder Storage-Kapazitäten. Auch in diesem Fall ist es von Vorteil, wenn der Nutzer diese Leistungen bei „seinem“ Provider ordern kann. Denn das bedeutet letztlich weniger Aufwand.

Fazit

Heimwerken – ja gerne! Aber bitte nur dort, wo es sinnvoll ist und keine Schäden an Menschen, Material und Nerven entstehen, wenn Papa den „Yippie jaja yippie yippie yeah“ in sich entdeckt. Das gilt auch für die IT. Nicht alles, was die IT-Abteilung selbst bewerkstelligen kann, ist sinnvoll. Das ist insbesondere bei relativ aufwändigen Dingen wie dem Management von SQL-Datenbanken der Fall. Hier ist es eine Überlegung wert, einen Profi zu engagieren, statt sich mit komplexen Konfigurations- und Wartungsaufgaben herzumzuschlagen. Vor allem dann, wenn ein Profi zur Verfügung steht, der bei Cloud Computing und mit Cloud-Services über jede Menge Erfahrung verfügt.

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