Analysen
04. Juli 2014
AUTOR: Businesscloud.de

Die Cloud als Denkfabrik

Eine selbstständig „denkende“ Cloud ist Science-Fiction – eine Cloud, die über schnelle Netze und Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) proaktiv Informationen vermittelt und Nutzern vorausschauend individuelle, auf Such- und Bewegungsprofile abgestimmte Daten liefert, dürfte dagegen schon bald zum Alltag gehören. Vorhersagedienste und Assistenzsysteme verschaffen der Wolke bereits jetzt jede Menge Arbeit.

Cloud Mitdenkende IT1

Die Wolke „denkt“ mit und liefert Nutzern von Apps und Cloud-Diensten proaktiv Informationen.

So beispielsweise Google Now, das insbesondere mobilen Nutzern als Frühwarnsystem und Reisebegleiter dient: Ein ständig aktualisierter Informationsfluss über Wetter- und Verkehrslage, Fahrtrouten oder Abfahrts/Abflugs- und Ankunftszeiten, immer zugeschnitten auf den jeweiligen Standort des Nutzers und ergänzt um weitere lokale Services wie Restaurant-Tipps. Überdies filtert das mitdenkende System auf Basis des jeweiligen Nutzungsprofils relevante News und E-Mails und zeigt sie unaufgefordert an. Fragen nach Speicherkapazitäten und der Aktualität von Daten stellen sich nicht mehr, da das System auf breitbandige Netze und einen schier unerschöpflichen Platzvorrat in der Wolke zugreifen kann. Dies gilt erst recht für Dienste rund um das Fahrzeug. Dort sind bereits eine Reihe von Anwendungsgebieten erschlossen – wie das rollende Büro“, das sich mithilfe von Cloud-Anwendungen und LTE-Mobilfunknetzen realisieren lässt – oder befinden sich in der Entwicklung. Im Wagen installierte Software-Assistenzsysteme, die selbstständig Terminvorschläge für die nächsten Wartungsintervalle machen, sind keine Seltenheit mehr. Und 57 Prozent der von Accenture in einer Umfrage interviewten Autofahrer können sich vorstellen, elektronische Diagnose-Services zu nutzen, die den Werkstätten Schäden und Fehler übermitteln.

Drive my car

Mit der wachsenden Zahl eingebetteter Softwaremodule und Apps in Fahrzeugen fallen riesige Mengen an Daten an, die in Cloud-Speichern abgelegt und verarbeitet werden können. Und die IT-Platzhirsche Google und Apple haben das Auto als Plattform für ihre Dienste bereits entdeckt, wie ihre jüngst geschlossenen Allianzen mit Autoherstellern zeigen. Da die Software nahezu alles über den jeweiligen Fahrer, seinen Fahrstil und seine Routen in Erfahrung bringt, könnte sie beispielsweise auch die Versendung speziell abgestimmter Werbebotschaften auf die Frontscheibe anstoßen. Immerhin 44 (!) Prozent der von Accenture Befragten erklärten sich bereit, Werbung im Auto zu akzeptieren. Als noch weitaus bedeutsamer werden die Möglichkeiten der so genannten Car-to-car-communication für die Fahr- und Verkehrssicherheit eingeschätzt. Im eigenen Wagen verbaute M2M-Technologie erlaubt es, andere Autos auf Staus und sonstige Gefahren auf dem Weg hinzuweisen. Und ab 2015 ist der Einbau des automatischen Unfall-Notrufsystems E-Call für Neuwagen in der gesamten EU verbindlich vorgeschrieben. Die Akzeptanz dafür ist hoch, ebenso wie für zahlreiche andere elektronische Sicherheits-Helfer wie etwa den „Müdigkeitsassistenten“, der die Aufmerksamkeit des Fahrers unterwegs überwacht. Spurwechselassistenten und Abstandswarner stehen ebenfalls hoch im Kurs. Komplett selbstfahrende Autos, die ohne Eingriff des Wagenlenkers, nur mithilfe von Steuerungs- und Assistenzsystemen und auf Basis der während der Fahrt anfallenden, übertragenen und verarbeiteten Daten fahren, sind momentan im Silicon Valley in der Erprobungsphase. In Deutschland gibt es hierfür (noch) zahlreiche rechtliche Hürden. Doch wer weiß: Die Cloud kann vieles, und womöglich lenkt sie demnächst auch unsere Autos.

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