Analysen
31. Januar 2012
AUTOR: Businesscloud.de

Die Marktforscher von Pierre Audoin Consultans (PAC) sehen die Arbeit im Mittelstand vor einem tiefgreifenden Wandel: Kleine und mittlere Unternehmen schaffen derzeit die technischen Grundlagen, damit ihre Mitarbeiter in Zukunft mehr Wahlfreiheit genießen, wo, wann und womit sie arbeiten.

Desktop-Virtualisierung: Moderne Arbeitswelten für Mittelständler

Althergebrachte Desktop-Umgebungen mit "Fat Clients" sind teuer, schwer zu verwalten und nicht für Anforderungen mobiler Mitarbeiter ausgelegt. (Bild: Klicker / Pixelio.de)

Cloud Computing wird in der aktuellen Diskussion häufig auf drei Themen reduziert: Rechen- oder Speicherleistung aus der "Wolke", Stichwort Infrastructure as a Service (IaaS), und den Zugriff auf Anwendungen, die ein Cloud-Rechenzentrum bereitstellt (Software as a Service, SaaS). Hinzu kommt als dritte Säule Platform as a Service (PaaS), etwa um Anwendungen in einer Cloud-Umgebung zu entwickeln und zu testen. Doch Cloud Computing "kann" viel mehr. Das gilt vor allem für eines der drängendsten Probleme, dem sich vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen gegenüber sehen: dem Aufsetzen, Betreiben, Managen und Absichern von Desktop-Rechnern. Nach Angaben der Beratungsfirma Lexta Consulting Group kommen dabei schnell einmal 100 Euro pro System und Monat zusammen – ein ordentlicher Batzen.

Mobile Mitarbeiter und Compliance werfen Fragen auf

Dass sich speziell mittelständische Unternehmen in Deutschland noch nicht darüber im Klaren sind, dass "fette" Client-Rechner ein Geldfresser sind, belegt eine Umfrage, welche die unabhängige Marktanalyse- und Beratungsgesellschaft Pierrre Audoin Consulting (PAC) im Auftrag von Pironet NDH durchführte. Demnach betreut die Mehrzahl der Befragten ihre Client-Landschaft noch in Eigenregie. Nur 2 Prozent haben dies komplett an einen Dienstleister übergeben. Doch das Management von Desktop-Umgebungen im Do-it-yourself-Betrieb wird zunehmend komplexer, so PAC. Das hat drei Gründe:
  1. Immer mehr Mitarbeiter wollen von mobilen Systemen wie Smartphones, Notebooks oder Tablet-Rechnern auf "ihren" Desktop zugreifen, und das von unterschiedlichen Orten aus – zu Hause, unterwegs beim Kunden, auf dem Flughafen oder am Arbeitsplatz im Büro. Rund 36 Prozent der befragten Firmen sehen dies als kritische Herausforderung.
  2. Desktop-Management muss Compliance-Vorgaben berücksichtigen, etwa in Bezug auf die Datensicherheit. Dies bereitet 84 Prozent der Befragten Kopfzerbrechen.
  3. Hinzu kommt das Thema "Bring your own Device": Mitarbeiter haben zunehmend weniger Lust, sich bei der Wahl ihres Firmen-Smartphones oder Notebooks auf die Modelle zu beschränken, die ihnen die IT-Abteilung vorgibt. Sie wollen ihre gewohnten privaten Geräte auch für geschäftliche Zwecke nutzen.

Analystin Dr. Katharina Grimme zur PAC-Umfrage im deutschen Mittelstand

Ausweg: Den Desktop zentral bereitstellen

Eine für Mittelständler durchaus interessante Option besteht darin, den konventionellen Rechnerarbeitsplatz durch eine virtualisierte Desktop-Umgebung zu ersetzen. Bei der Wahl der passenden Virtual-Desktop-Umgebung hat der Nutzer drei Optionen, so Khaled Chaar, Managing Director Business Strategy bei Pironet NDH: "Für standardisierte Arbeitsplätze empfehlen wir Terminal-Services, bei denen der Desktop als virtuelle 'Session' in einer geteilten Cloud-Umgebung läuft." Die zweite Variante sind Server-Hosted-VDI-Umgebungen. Sie erlauben es, den Desktop an individuelle Anforderungen anzupassen, etwa indem spezielle Software installiert wird. Ebenso wie Terminal-Dienste erfordern Server-Hosted-VDI-Ansätze eine permanente Online-Verbindung. Etwa ein Viertel der mittelständischen Unternehmen in Deutschland setzt laut einer Studie von PAC / Pironet NDH nach eigenen Angaben bereits Desktop-Virtualisierung ein. Nach den Erfahrungen Pironet NDH sind es in der Praxis jedoch nur etwa 10 Prozent. (Bild: PAC) Als dritte Alternative kommen Client-Hosted-VDI-Dienste in Betracht. "Diese virtuellen Desktops sind auf die Anforderungen mobiler Nutzer zugeschnitten, die keinen permanenten Zugang zum Netz haben", erläutert Chaar. Der virtuelle Desktop nutzt Prozessor und Arbeitsspeicher des Client-Rechners und erlaubt daher das "Offline"-Arbeiten. Sobald eine Online-Verbindung vorhanden ist, synchronisiert der lokale Rechner die Daten mit dem Virtual Desktop im Rechenzentrum. "Anwender können bei Pironet NDH alle drei Versionen ordern und nach Belieben kombinieren", ergänzt Khaled Chaar.

Starkes Interesse an virtualisierten Desktops

Die Studie von PAC förderte Erstaunliches zu Tage: An die 25 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen setzen demnach bereits virtualisierte Desktop-Umgebungen ein, teils zentral, teils dezentral virtualisierte Rechnerarbeitsplätze. Ein Wert, den Khaled Chaar nicht bestätigen kann: "In unserer Zielgruppe, dem gehobenen Mittelstand, virtualisieren weniger als 10 Prozent der Unternehmen zumindest Teile ihrer Desktop-Landschaft." Den hohen Wert aus der Umfrage führt er auf die Begriffsverwirrung zurück, die im Bereich Desktop-Virtualisierung herrscht. Ein positiver Effekt von Desktop-Virtualisierung: Die IT-Kosten im Vergleich zu dezentral vorgehaltenen Arbeitsplatzumgebungen sind niedriger. (Bild: PAC) Positiv ist laut Chaar das wachsende Interesse seitens des Mittelstands an Desktop-Virtualisierung: "Die Nachfrage nach Virtualisierungslösungen für den Desktop-Bereich ist in den vergangenen 18 Monaten deutlich angestiegen." Das zeigen auch die Resultate der Studie von PAC: "An die 63 Prozent der befragten Fachleute und Manager gehen davon aus, dass sich der Virtualisierungsgrad ihrer Desktop-Landschaft in den kommenden zwei bis drei Jahren erheblich erhöhen wird", erläutert Dr. Katharina Grimme, Analystin bei PAC und Autorin der Studie. Neben den 25 Prozent der mittelständischen Firmen, die bereits eine VDI einsetzt, planen demnach weitere 25 Prozent die Einführung dieser Technologie.

Bei Desktop-Virtualisierung sind Spezialisten gefragt

Ein Faktor, den speziell mittelständische Unternehmen nicht unterschätzen dürfen, ist das Management einer Virtual Desktop Infrastructure. Die IT-Abteilungen von Mittelständler mit ihren begrenzten Ressourcen sind damit schnell überfordert. Bewältigen lässt sich diese Herausforderung, indem externe Spezialisten herangezogen werden. PAC erwartet denn auch, dass sich die Zahl der Firmen mehr als verdoppeln wird, die Desktop-Management-Dienste an ein Systemhaus oder einen Cloud-Service-Provider wie Pironet NDH auslagern. Derzeit betreiben noch 46 Prozent der Firmen, die eine VDI einsetzen, diese in Eigenregie.

Anwender sind mit virtualisierten Desktops zufrieden

Zum Abschluss noch die "Frage der Fragen": Hat sich der Einsatz von virtualisierten Desktops für die befragten Anwender gelohnt? Die Antwort ist laut PAC eindeutig: 82 Prozent der Unternehmen haben mithilfe von Desktop-Virtualisierung die Kosten gesenkt, an die 20 Prozent sogar um bis zu 30 Prozent. In so gut wie allen Firmen stiegen die Flexibilität und die Mobilität der Nutzer, außerdem die Verfügbarkeit und die IT-Sicherheit. Gleiches gilt für die Einhaltung von Compliance-Anforderungen. Mittelständler, die virtualisierte Desktops einsetzen, sind mit den Ergebnissen hoch zufrieden. Neben der größeren Flexibilität der Mitarbeiter schätzen sie die höhere Verfügbarkeit und Vorteile bezüglich der Einhaltung von Compliance-Richtlinien. (Bild: PAC) "In Summe lässt sich sagen, dass die Erfahrungen mittelständischer Unternehmen bei der Nutzung von VDI als positiv zu bewerten sind", so Dr. Katharina Grimme. "Vor allem bei den zentralen Themen Mobilität und Compliance gab es dank Desktop-Virtualisierung signifikante Verbesserungen."

Fazit

Desktop-Virtualisierung hat das Potenzial, viele der Probleme zu lösen, mit denen sich mittelständische Firmen im Bereich IT konfrontiert sehen: den hohen Kosten für die Verwaltung von IT-Arbeitsplätzen, Mängeln in Bezug auf die Unterstützung mobiler Mitarbeiter und unterschiedlicher Endgeräte sowie Sicherheitsrisiken, bedingt durch unzureichende Kontrolle der Hard- und Software von Desktop-Rechnern. Damit ein Anwender jedoch in den Genuss der Vorteile von virtualisierten Desktops kommt, sollte er genau prüfen, ob seine IT-Abteilung in der Lage ist, eine Virtual Desktop Infrastructure aufzubauen und zu managen. In jedem Fall einfacher ist es, auf die Hilfe von Profis zurückzugreifen, um eine VDI zu betreiben. Cloud-gestützte Lösungen, wie sie beispielsweise Pironet NDH im Rahmen seines Desktop-as-a-Service-Konzepts anbietet, sind für den Nutzer zudem mittelfristig wirtschaftlicher als eine selbstgestrickte Virtual-Desktop-Umgebung.

Kostenfreier Download der PAC-Studie

Zur Studie: Im Auftrag von Pironet NDH befragte PAC im Oktober 2011 die IT-Entscheider von 114 mittelständischen Unternehmen in Deutschland mit 100 bis 500 IT-Arbeitsplätzen. Die Firmen stammten aus unterschiedlichen Branchen: der Fertigungsindustrie, dem Finanz- und Gesundheitswesen, Transport und Logistik, dem Dienstleistungssektor sowie den Sparten Energieversorgung, öffentliche Hand und Handel.

Lesen Sie zum Thema auch unsere Checkliste Desktop-Virtualisierung: Worauf Mittelständler achten müssen

 

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